In diesem Artikel zeigen wir ihnen, wie unser Steinbildhauer Tomas einen Engelstein aus weißem Marmor anfertigt. Die einzelnen Arbeitsschritte können Sie auf den folgenden Fotos verfolgen.

Marmor besteht bis zu 80% aus Calcit und ist im Vergleich zu anderen Gesteinsarten - wie etwa Granit - relativ weich. Er eignet deshalb hervorragend für die Steinbildhauerei. Das hier verwendete Material stammt aus der Region Estremoz in Portugal. Es handelt sich hierbei um eine relativ helle Variante des in verschiedenen Farbtönen vorkommenden Estremoz-Marmor. Als Naturstein zeichnet sich Marmor durch seine einzigartige Maserung aus. Somit ist kein Stein mit einem anderen zu vergleichen.

Die Steinbildhauerei ist eine gestalterische Tätigkeit, die vor allem künstlerische und kunsthandwerkliche Fähigkeiten bedingt. Da dieser Stein nach Kundenwusch gefertigt wurde, muss der Steinbildhauer zusätzlich in der Lage sein, dreidimensionale Arbeiten nach eigenen und fremden Vorgaben zu verwirklichen.

Zu Beginn der Arbeiten werden die Umrisse der Skulptur bzw. der Figur auf den Rohblock aufgezeichnet. Im Anschluss wird das überstehende Material schichtweise durch den Bildhauer abgetragen. Hierbei muss äußerst sorgfältig gearbeitet werden, da sich Fehler häufig nicht mehr ohne optische Beeinträchtigung beheben lassen. Mit dem auf die Bildhauarbeiten folgenden Grob- und Feinschliff erhält die Figur ihr natürliches Aussehen. Die benötigte Arbeitszeit vom Auftragen des Entwurfs bis zum fertigen Werkstück beträgt zwischen 80 und 100 Stunden. Es versteht sich von selbst, dass jeder auf diese Weise gefertigte Stein ein Unikat ist. Seinen Bestimmungsort fand der Engelstein auf dem Friedhof der Ortschaft Dormitz im Landkreis Forchheim (Obf.).